Facebook-User schützen Ihre Privatsphäre nicht… und keine Chance auf Rausschmiss!


Mein kleines Facebook-Experiment ging weiter. Ursprünglich wollte ich ja nur sehen, wie viele fremde User ich innerhalb von 24 Stunden bekomme. Aber dann…

Ich wollte wissen, wie aggressiv muss ich vorgehen, damit ich geblockt werde. Wie schnell das nun ging, kann ich nicht mehr genau sagen. Aber nachdem ich drei Tage mit Freunden hinzufügen verbracht hatte, kam irgendwann dann auch die Warnung: “Achtung, Dein Verhalten lässt vermuten, dass Du andere User nervst.” Das Blocken des Accounts wurde angedroht.

Facebook Securitycheck

Dann war es soweit, nach rund 30 oder 40 neuen Freunden war das Lieschen-Müller-Konto geblockt. Und nun? Es hat ein paar Stunden gedauert, danach konnte ich weitere Gesichter sammeln. Ein paar Tage weiter und noch mehr neue Verbindungen – und wieder geblockt.

von Facebook geblocked

Und wieder und wieder. Manchmal nur für ein paar Stunden, manchmal für ein paar Tage. Zuletzt habe ich dann zwischen jeder neuen Freundesanfrage immer zwei, drei andere Klicks gemacht, das Blocken wurde weniger…

Auch nach gefühlten 15 Mal Geblockt-Sein wurde das Profil immer wieder frei gegeben. Kann man das wohl endlos so weiter betreiben?

Vor ein paar Tagen ging die Zahl der verknüpften Profile dann auf die 100 zu. Das spornte wieder an. Und nun habe ich die dreistellige Hürde geschafft, von insgesamt 148 angefragten Leuten haben 104 Leute Ihr Profil für meinen Zugriff frei gegeben. Ohne dass sie nur einen Hauch der Ahnung haben, wer ich bin.

Freunde weltweit über Facebook

Hier eine Liste der Orte, woher meine neuen Freunde kommen, um einen Eindruck der Willkürlichkeit zu vermitteln . Wenn ich diese Gesichter wirklich alle kennen würde, hätte ich einen schönen Trip vor mir, wenn ich jedem einen Besuch abstatten wollte. Bei manchen Orten weiß ich nichtmals, wo sie sind…

  • Bandung, Indonesia
  • Melbourne, Victoria, Australia
  • Pigüé, Argentina
  • Poitiers, France
  • La Plata, Argentina
  • Streamwood, IL
  • Abidjan, Côte d’Ivoire
  • Nîmes, France
  • Milano, Italy
  • Fort Lauderdale, FL
  • Mishawaka, IN
  • Calabar, Nigeria
  • Pierrefonds, QC
  • Subang, Indonesia
  • Roma, Italy
  • Berlin, Germany
  • Bonn, Germany
  • Cape Coast, Ghana
  • Majalengka, Indonesia
  • Cincinnati, OH
  • Orlando, FL
  • Columbus, OH
  • Chicago, IL
  • Navrongo, Ghana
  • Omaha, NE
  • Portland, OR
  • Istanbul, Turkey
  • Buggingen, Germany
  • Alanya, Turkey
  • Montreal, QC
  • Bandung, Indonesia
  • London, United Kingdom
  • New York, NY
  • Ibadan, Nigeria
  • Castellammare di Stabia, Italy
  • Koeln, Germany
  • Cowes, Australia
  • Longueuil, QC
  • Hannover, Germany
  • Avcılar, Turkey

Nach wie vor bin ich baff, wie viele Leute einfach “Ja” auf eine wildfremde Freundschaftsanfrage klicken – gleichzeitig aber auch, dass Facebook scheinbar auch keine User sperrt. Für meinen Geschmack hätte ich unlängst mein Lieschen gesperrt.

Vermeintliches Sicherheitsgefühl wird vorgegaukelt

Was mir dann auch eher zufällig aufgefallen ist, dass die Eingabe des “CAPTCHAs”, also den verdrehten Buchstaben, eine ziemlich hohe Fehlertoleranz hat. Ich war mir sicher, dass ich mich vertippt hatte, kam aber durch mit der Eingabe. Ich fing an, mit Absicht falsche Eingaben zu machen. Und sehe da – auch mit zwei oder drei falschen Buchstaben wurde dies Klippe ohne weiteres überstiegen. So richtig sicher wirkte das auf mich irgendwie nicht.

Facebook unavailable

Allerdings – und hier kam dann eine andere Form der Konto-Sperrung zum vor scheinen: Konto nicht verfügbar. Es schien so, als ob das Konto aufgrund der ganzen Falscheingaben gesperrt war. Aber auch die war nach ein paar Tagen wieder weg.

Botschaften aus dem CAPTCHA

Irgendwann schienen die Worte, die hier zur Eingabe angezeigt wurden, Botschaften zu senden. Mir war es anfangs nicht aufgefallen, dass hier vermeintlich sinnhafte Wörter verwendet werden, und nicht nur willkürliche Buchstabenfolgen. Ganz intellektuell stand auf einmal “For Horowitz” da, dann eine philosophisches “Century there”, als ich dem Fan-Club von Barbara Schöneberger beigetreten bin, war die Login-Formel “The Amazon” – sollte sich das jetzt in irgendeiner Weise auf die hübsche Blonde beziehen? Und was mir “Spermina invest” sagen sollte, überlege ich noch…

Nun denn, schließlich ein schönes Schmankerl zum Ende des Berichts: Gestern gab’s ein CAPTCHA, dass mir ein “Hooping Thirty-Two” anzeigte – was man mit einer facebook’schen Fehleranfälligkeit auch mit “Hoffentlich 32″ übersetzen könnte – mit dem Konterfei daneben der neuen Freundin musste ich einmal kräftig schmunzeln!

Hoffentlich 32 ;-)

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